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"Die Queen am Rhein
- der Startschuss für ein neues Geschäftsfeld
Was als Wiederverwendung
einer alten Orgel begann, traf bundesweit einen Nerv: die Restrukturierung
einer historischen Orgel des englischen Orgelbauers James Jepson Binns von
1907. Wir freuten uns über einen großen Auftrag, aber dessen Bedeutung und
die Auswirkungen auf unsere Zukunft wurde mir, ehrlich gesagt, erst im Laufe
des Projektes langsam klar.
Nach der Fertigstellung
verbreitete sich die Kunde der größten historischen Orgel der
englisch-romantischen Epoche schnell über ganz Deutschland.
Nur wenige Jahre später
gelten wir in weiten Kreisen als auf englische - und mittlerweile auch
amerikanische - Orgeln spezialisiert.
Warum ist das so, wo
doch mittlerweile etliche englische Orgeln auf dem Kontinent zu finden sind?
Das hat verschiedene Gründe.
Zum Einen habe ich im Anschluss an Limperich intensiv und auf
unterschiedlichen Kanälen an einem eigenen Netzwerk in das Vereinigte Königreich
gearbeitet. Bereits während der Arbeiten in Limperich schloss ich
Bekanntschaft mit Mark Venning, dem Geschäftsführer von
Harrison&Harrison oder David Wood of Huddersfield.
Das Resultat ist, dass
wir uns innerhalb kurzer Zeit in die bis dahin noch eher unbekannte Welt der
englischen Orgel eingearbeitet haben und mittlerweile fast schon zu Hause
sind.
Oliver Schulte und Mark Venning,
Geschäftführer von Harrison&Harrison.
Ausserdem können wir nun jederzeit
aus einem reichhaltigen Bestand von rund 30-40 gebrauchten Instrumenten schöpfen
können - nur aus England. Hinzu kommen die wachsenden Kontakte in die USA.
Des Weiteren ist es mein Bestreben,
durch einen offenen Blick neue Lösungen für alte Probleme zu finden und
abwegs der eingetretenen Pfade neue Wege zu suchen.
Innovativ sein - sei es in Sachen Design, Materialwahl oder bei der
grundlegenden Konzepterstellung. Das ist mein Ziel. Denn "das Übliche"
kann jeder.
Und nicht zuletzt nehme ich diese neue Aufgabe dankbar an. Als ich 2006 die
Firma meines Vaters übernahm und sah, dass unser Hauptbetätigungsfeld, der
Neubau von Orgeln, sich zunehmend reduzierte, waren dies verständlicherweise
keine rosigen Aussichten.
Doch die Arbeit mit existierenden Instrumenten, die Ausarbeitung von
Konzepten und die Suche, was mit den vorhandenen Mitteln - und seien sie
noch so gering - machbar ist, ist für mich zu einer enorm erfüllenden
Aufgabe geworden.
Oliver
Schulte, David Wood / Huddersfield, Sonja Füßmann.
Dann zu sehen, in
welch kurzer Zeit unser bis dahin regional agierendes Unternehmen nicht nur
national, sondern zunehmend international erkannt wird, lässt mich selbst
den schweren Zeiten, durch die wir gehen mussten, etwas Gutes abgewinnen.
Ich denke, wir sind
ein gutes Beispiel für den Werdegang einer soliden, regional agierenden
Orgelbaufirma mittlerer Größe im Strudel der Zeit, die erst ihr neues
Gesicht finden musste.
Oliver
Schulte und David Wyld, Geschäftführer von Willis.
Spezialisierung wird auch in unserem Gewerbe zunehmend wichtiger, um nicht
in Beliebigkeit zu verfallen.
Die gute Kooperation mit unseren englischen und amerikanischen Partnern, der
weltweite Kontakt zu Organisten und Orgel-Enthusiasten und die Einbeziehung
Sozialer Medien sichern unsere Zukunft. Und nicht zuletzt genieße ich die
überaus freundliche Zusammenarbeit mit meinen englischen und amerikanischen
Kollegen, die uns bei unseren Recherchen zu unseren Orgeln ausnahmslos offen
und freundlich unterstützen und uns somit jedes Mal ein wenig weiter
bringen -
denn wer aufhört zu werden, hört
auf zu sein."
Oliver
Schulte und David Wells.
Oliver Schulte
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