Prolog - Schaufensterdekorateur oder Orgelbauer...
1955-1977
Dies war der sicherlich gut gemeinte Rat des Sachbearbeiters des Arbeitsamtes. Der, den er beriet, war
Siegfried Schulte. Glücklicherweise entschied sich der damals 15-jährige auf Grund seiner musikalischen Neigung für
die Lehre als Orgel – und Harmoniumbauer bei der Kölner Orgelbaufirma Willi Peter.
1955 – die großflächigen Zerstörungen des Krieges gerade im Raum Köln / Bonn hatten auch vor den
Kirchen nicht Halt gemacht. So herrscht im Orgelbau dieser Zeit rege Aktivität.
Die Firma Peter, noch unter Firmengründer Willi Peter, etablierte sich
seinerzeit nicht nur bundesweit, sondern auch mit internationalen
Großprojekten.
So ist auch Siegfried Schulte immer
mehr in diese Projekte involviert und arbeitete teils maßgeblich an den Orgeln
u.a. für St. Jacobi / Hamburg, St. Sebald / Nürnberg, Osaka, Lissabon und
vielen anderen mit und avancierte mit den Jahren zu einem der wichtigsten
Mitarbeiter des Betriebes.
Sein präzises Arbeiten und seine kreativen Problemlösungen
waren gerade beim Bau der Spielmechaniken von großem Vorteil.

Anlieferung
der Peter-Orgel in Nürnberg, St. Sebald
Aufgrund einer wachsenden Diskrepanz in grundsätzlichen Prinzipien in Sachen des Orgelbaus und einer schon über längere Jahre dauernden betrieblichen Rezession schloss Siegfried Schulte 25 Jahre später eine weitreichende Entscheidung. Nach Absolvierung der Meisterprüfung machte er sich 1978 selbstständig und eröffnete wenig später in Kürten - Herweg seine eigene Firma –
Orgelbau Siegfried Schulte war gegründet.